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Beeindruckende Pilotbohrung

110 kV-Stromkabel wird 18 Meter unter der Donau für Bau der Bypässe zur Voestbrücke verlegt

Der Bau der zwei zusätzlichen Brücken – sogenannte Bypässe – zur Verbreiterung der Voestbrücke durch die ASFINAG hat auch auf die LINZ AG beträchtliche Auswirkungen. Eine besondere Herausforderung im Rahmen der Baufeldfreimachung ist die Neuverlegung eines 110 kV-Stromkabels, das teilweise unter der Donau verlaufen wird. Der neue Kabelweg soll schließlich vom Umspannwerk Nord, das sich zwischen A7 und Freistädter Straße befindet, bis zur Lederergasse im Kaplanhofviertel führen. „Die 110 kV-Donauquerung, die von der LINZ AG in Form einer Horizontalspülbohrung* durchgeführt wird, ist österreichweit einzigartig. Dabei wird mit einer Horizontalspülbohranlage ein unterirdischer Kanal gebohrt und im Rückzug ein oder mehrere Leerrohre einzogen. Nach umfangreichen Planungen und dem Einholen von Genehmigungen haben wir im Frühjahr mit den Arbeiten begonnen, Ende Juli soll dann diese spannende Aufgabe plangemäß abgeschlossen werden“, erklärt Ing. Walter Hofbauer von der LINZ NETZ GmbH.

400 Meter Bohrlänge

Ein erster spektakulärer Schritt im Projekt „110 kV-Donauquerung“ stand im März auf dem Programm. So hat die Spezialfirma RBS aus Marchtrenk binnen acht Arbeitstagen die Pilotbohrung mit einem Durchmesser von rund 20 Zentimetern erfolgreich durchgeführt. Die Startgrube befindet sich dabei auf dem Gelände der Intertrading, die Zielgrube in Urfahr in der Nähe der A7-Autobahnbrücke. Auf einer Länge von 400 Metern und 18 Meter unterhalb der Flusssohle wurde durch felsigen Untergrund bis ans andere Ufer gebohrt.

„Dank perfekter Planung und Ausführung haben wir den Zielpunkt fast punktgenau getroffen, eine wahre Meisterleistung“, sagen Projektleiter DI Franz Scharinger und Bauleiter Leopold Ziegler. „Die neue Bohrmaschine, die zum Einsatz kam, hat eine Schub- und Zugkraft von 80 Tonnen, gesteuert wurde die Bohrung mit einem Kreiselkompass im Rollmeißel“, so die beiden weiter.

1,7 Millionen Euro für Neuverlegung

Nach erfolgreicher Pilotbohrung kam es schließlich im Zuge von weiteren Bohrungen zu einer Aufweitung des Bohrkanals auf einen finalen Durchmesser von fast 75 Zentimetern. In einem weiteren Schritt wurden drei Rohre für das 110 kV-Kabel eingezogen sowie eines für Telekommunikationsleitungen. Ing. Walter Hofbauer: „Ende April steht das Einziehen der Stromkabel mittels Kabelwinde auf dem Programm.“

Die Kosten für die Verlegung der 110 kV-Kabelstrecke, die schließlich von der Lederergasse bis zum Umspannwerk Nord führen soll, belaufen sich auf etwa 1,7 Millionen Euro.

* Horizontalspülbohrung:
Die Horizontalspülbohranlage bohrt einen unterirdischen Kanal, dieser wird durch mehrere Aufweitvorgänge auf den gewünschten Durchmesser gebracht. Im Rückzug zieht die Anlage ein oder mehrere Leerrohre ein. In diese können später Leitungen für Strom oder Telekommunikation eingezogen werden. Das Bohrgestänge hat einen geringeren Durchmesser als der Bohrkopf, somit entsteht ein Ringraum. Durch das Gestänge wird eine Bentonit-Bohrspülung zum Bohrkopf gepumpt, wo sie austreten kann und das Bohrgut durch den Ringraum ausspült. Der steuerbare Bohrkopf enthält einen Sender, mit dem der Bohrer in die gewünschte Stellung gebracht und die Bohrrichtung angepasst wird.


Eröffung Umspannwerk Rainbach

Am 19. April 2018 wurde das neue 110-kV/30-kV- Umspannwerk im Gemeindegebiet Rainbach i. Mühlkreis im Rahmen einer Feier mit vorgelagerter kurzer Pressekonferenz offiziell eröffnet. Der Einladung zur Eröffnung, ausgesprochen von der LINZ AG-Tochter LINZ NETZ GmbH, folgten Vertreter aus Politik und Wirtschaft der Region sowie externe und interne Realisierungspartner.

Mit dem Umspannwerk Rainbach und der neu errichteten 110-kV-Leitung sichert die LINZ NETZ GmbH nachhaltig die Stromversorgungsqualität ihrer Kunden im Großraum Freistadt und im nördlichen Mühlviertel. Insgesamt wurden circa 13,6 Millionen Euro in das Projekt investiert.

Investition in die Zukunft

LINZ AG-Generaldirektor DI Erich Haider: „Die Versorgungssicherheit unserer Kunden hat für die LINZ AG oberste Priorität. Die sichere und rasche Verfüg-barkeit von Energie ist heute mehr denn je ein unverzichtbarer Faktor für die Attraktivität bzw. die Zukunft von Lebens- und Wirtschaftsräumen. In diesem Sinne ist das neue Umspannwerk ein Meilenstein für die aufstrebende Region und eine Investition in den Wirtschafts- und Lebensraum Nördliches Mühlviertel.“

DI Wolfgang Dopf, LINZ AG-Vorstandsdirektor: „Die LINZ NETZ GmbH versorgt mehr als 440.000 Menschen in 83 Oberösterreichischen Gemeinden inklusive Linz mit Strom. Das Projekt Rainbach mit Umspannwerk und 110-kV-Leitung ist Teil des OÖ. Stromnetzmasterplans 2026 und trägt zur über-geordneten Stromversorgung im Mühlviertel bei. Für den Großraum Freistadt bringt diese Erweiterung neue Dynamik durch zuverlässige Verfügbarkeit von Strom für die Wirtschaft, moderne Mobilität und Lebensqualität.“

Fokus: Lebensdauer und Betriebssicherheit

„Wir freuen uns über die heutige Eröffnung des Umspannwerks in Rainbach. Damit geht eine mehrjährige Planungs- und Bauphase zu Ende und unser Strom-Netzwerk, aktuell 28 Umspannwerke und rund 3.000 Trafostationen, ist um einen Standort reicher. Mit laufenden Investitionen in die Infrastruktur garantieren wir unseren Kunden nachhaltig hohe Versorgungsqualität. Modernster Technik sorgt zudem für größtmögliche Lebensdauer sowie Personen- und Betriebssicherheit“, erläutert DI Johannes Zimmerberger, Geschäftsführer der LINZ NETZ GmbH.

Umspannwerk als Basis für Aufschwung und Arbeitsplätze

"Die 110-KV-Leitung mit dem Umspannwerk in Apfoltern ist für die ganze Region eine sehr wichtige Infrastrukturmaßnahme. Damit können sich die nördlichen Gemeinden auch in Zukunft positiv weiterentwickeln. Strom ist für jeden Haushalt, für Betriebsansiedelungen und für die Mobilität der Zukunft von essentieller Bedeutung. Wir freuen uns, dass die LINZ NETZ GmbH in unsere Region investiert hat“, sagt Friedrich Stockinger, Bürgermeister von Rainbach.

Mag. Elisabeth Paruta-Teufer, Bürgermeisterin von Freistadt: „Seit Eröffnung der S10 ist Freistadt und Umgebung ein attraktiver Wirtschaftsstandort. Viele neue Arbeitsplätze sind seither entstanden. Eine sichere und qualitativ hochwertige Versorgung mit elektrischer Energie macht die Region für Betriebe und Unternehmen noch interessanter. Das neue Umspannwerk in Rainbach ist eine sinnvolle Investition in die Zukunft und Voraussetzung für viele weitere neue Arbeitsplätze.“

Die wichtigsten Etappen und Grundsätze des Bauprojekts

Intensive und konsensgetriebene Planungsphase

Bei der Umsetzung des Bauprojekts waren die Experten der LINZ NETZ GmbH nicht nur in technischer Hinsicht gefragt. Es galt, Wünsche und Anliegen von Behörden, Interessensvertretern und von Grundeigentümern bestmöglich zu berücksichtigen.

Einvernehmen mit den Grundstückseigentümern prioritär

Das Projekt Rainbach berührt 51 Privat-Grundstücke bzw.105 Grundeigentümer und dinglich Berechtigte. Die früheste mögliche Einbindung der Grundeigentümer bei der Trassenfindung – bei Planungsbeginn – zählte genauso zu den Planungsgrundsätzen wie die Einhaltung eines entsprechenden Abstands von bebautem Gebiet, optimale Ausnutzung von bestehenden Grund- und Kulturgrenzen sowie bestmögliche Integration ins Landschaftsbild.

Modernste Technik für größtmögliche Betriebssicherheit

Um die Versorgungssicherheit weiter zu erhöhen, setzt die LINZ NETZ GmbH auch in Rainbach auf gasisolierte 110kV-Schaltanlagen. Diese Technik erlaubt es, im Hochspannungsbereich Schaltanlagen und somit Umspannwerke platzsparend zu errichten. Stromleiter und Schaltgeräte befinden sich in hermetisch geschlossenen Gehäusen, die mit Isoliergas gefüllt sind. Nötige Schutzabstände lassen sich dadurch auf ein Minimum reduzieren.

Durch diese platzsparende Hochspannungstechnik ist es möglich, Schaltanlagen im Umspannwerksgebäude zu integrieren. Sämtliche Umwelteinflüsse wie Nässe, Kälte, UV-Belastung oder Einwirkungen „höherer Gewalt“ können ausgeschlossen werden, was eine größtmögliche Personen- und Betriebssicherheit ermöglicht.

Vom Spatenstich bis zur Inbetriebnahme

Im Anschluss an die umfangreichen Planungsschritte und die erforderlichen Genehmigungsverfahren starteten die Bauarbeiten für das Umspannwerk mit dem Spatenstich am 7. Juni 2015.

Der Baustart für die 110-kV-Leitung von Freistadt nach Rainbach erfolgte im Frühjahr 2017. Die 8,3 Kilometer lange Leitungstrasse läuft über die Gemeinden Freistadt, Kefermarkt, Waldburg und Rainbach. Von April bis Herbst 2017 wurden schließlich 37 Stahl-Rohrmasten und ein Abspannportal aufgestellt. Im November 2017 waren die Seilzugarbeiten abgeschlossen.

Nach Fertigstellung des Umspannwerkes und der 110-kV-Leitung erfolgte im Frühjahr 2018 die Inbetriebnahme des Umspannwerks.

Förderung der regionalen Wirtschaft: Heimische Firmen als Partner

Ein Großteil der Bau- und Anlagenleistungen für die Freileitung sowie Gebäude, Schaltanlagen, Transformatoren und Erdschlusslöschspulen wurden von regional ansässigen Firmen (Großraum Linz) geliefert, dazu zählen u.a. die Firmen GE Power & Grid Austria, Siemens Transformers Linz, Trench Austria Leonding, Sprecher Automation Linz, ARGE Hitthaler/Leyrer & Graf, Caverion Linz sowie die Firma Heindl & Partner mit Sitz in St. Georgen an der Gusen.

Gesprächspartner

  • DI Erich Haider, MBA, Generaldirektor der LINZ AG
  • DI Wolfgang Dopf, MBA, Vorstandsdirektor der LINZ AG, zuständig für das Ressort Energie
  • DI Johannes Zimmerberger, MBA, Geschäftsführer der LINZ NETZ GmbH

Foto: Friedrich Stockinger (Bürgermeister von Rainbach), DI Johannes Zimmerberger (Geschäftsführer der LINZ NETZ GmbH), D-W.I. (BA) Helmut Köpplmayr (Betriebsleiter, LINZ NETZ GmbH), Mag. Elisabeth Paruta-Teufer (Bürgermeisterin von Freistadt), Mag. Alois Hochedlinger (Bezirkshauptmann von Freistadt), DI Erich Haider, MBA (LINZ AG-Generaldirektor), DI Siegfried Laimgruber (Projektleiter, LINZ NETZ Gmbh) und Wolfgang Dopf (LINZ AG-Vorstandsdirektor, Ressort Energie) bei der Eröffnung des Umspannwerks Rainbach.


Aus LINZ GAS Netz GmbH und LINZ STROM Netz GmbH wird LINZ NETZ GmbH

Die LINZ NETZ GmbH ist eine Konzerngesellschaft der LINZ AG für Energie, Telekommunikation, Verkehr und Kommunale Dienste.

Unternehmensgegenstand ist der Betrieb des Erdgas- sowie des Stromnetzes in Linz und in Umlandgemeinden.

Die LINZ NETZ GmbH wird durch die beiden Geschäftsführer DI Johannes Zimmerberger und Mag. Jörg Mittendorfer gemeinsam, oder durch einen Geschäftsführer gemeinsam mit einem Prokuristen (Prok. D-Wirt.I.(BA) Helmut Köpplmayr und Prok. Ing. Gottfried Hötzendorfer vertreten.

Ihre bisherigen Ansprechpartner aus den Fachbereichen der LINZ GAS Netz GmbH und der LINZ STROM Netz GmbH bleiben auch nach der Verschmelzung gleich.

Wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit und stehen Ihnen für weitere Informationen gerne unter 0732/3403-9050 bzw. office@linznetz.at zur Verfügung.


Smart Meter

Ein „Smart Meter", auch intelligenter Zähler genannt, ist ein elektronischer Zähler, welcher vom Netzbetreiber fernausgelesen werden kann. Zur Auslesung der Zählerdaten für das Stromnetz der LINZ NETZ GmbH wird die bewährte Powerline-Technologie eingesetzt. Dabei werden die erfassten Daten über das Stromnetz an die LINZ NETZ GmbH-Zentrale übertragen.

>>Weitere Details


Hohe Versorgungszuverlässigkeit des Stromnetzes

Hohe Versorgungszuverlässigkeit des Stromnetzes konnte nochmals gesteigert werden

Von der Regulierungsbehörde E-Control Austria wird jährlich eine Statistik über die Versorgungszuverlässigkeit in den österreichischen Stromnetzen erstellt. Gegenstand dieser Statistik ist die durchschnittliche Dauer von Versorgungsunterbrechungen je Kunde. Dabei wird zwischen geplanten und ungeplanten Unterbrechungen unterschieden. Mit einer durchschnittlichen Nichtverfügbarkeit von 18,68 Minuten/Jahr belegt die LINZ NETZ Gmbh sowohl im nationalen als auch im internationalen Vergleich einen hervorragenden Platz. So betrug die Nichtverfügbarkeit eines österreichischen Netzkunden im Jahr 2016 durchschnittliche 24,22 Minuten/Jahr.


Kundeninformation gemäß § 82 (1) ElWOG

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